Ednet Essstörungen

EDNET ist ein wichtiger Forschungsverbund im Bereich der Essstörungen und bündelt die Kompetenz zahlreicher Expertinnen und Experten sowie Ernährungsberater, um zu neuen Erkenntnissen zu gelangen und somit neue Behandlungsmethoden zu entwickeln. Dass eine ausgewogene Ernährung die Basis für Gesundheit ist und allen Menschen am Herzen liegen sollte, steht außer Frage. In der heutigen Überflussgesellschaft ist zumindest in den westlichen Industriestaaten Hunger eigentlich kein Problem, so dass eine ausreichende Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln sichergestellt ist.

Nichtsdestotrotz kann die Ernährung Quelle teils massiver gesundheitlicher Beeinträchtigungen sein. Neben organischen Fehlfunktionen ist hier vor allem das falsche Verhalten der Menschen anzuführen. Zuweilen kommt es sogar zu ernsthaften Essstörungen, bei denen das Essen mit weitreichenden Verhaltensstörungen verbunden ist.

Essstörungen werden zuweilen den Zivilisationskrankheiten und psychosomatischen Erkrankungen zugeordnet und können durchaus lebensbedrohliche Ausmaße annehmen. Effektive Therapien und neue Ansätze sind von größter Wichtigkeit. Zunächst sollte man jedoch die Komplexität der Essstörungen anerkennen und sich eingehend mit diesem Thema befassen.

Essstörungen – Definition

Die Frage, was Essstörungen überhaupt sind, taucht immer wieder auf. Grundsätzlich lassen sich diese als Störungen in Zusammenhang mit dem Essverhalten definieren. Die Gedanken der Betroffenen kreisen mehr oder weniger permanent um das Essen, wobei diese den Bezug zu einem gesunden Essverhalten verloren haben.

Die unzureichende oder falsche Nahrungsaufnahme führt langfristig zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen, denn dem Körper wird eine ausgewogene Ernährung vorenthalten, die aber für die Körperfunktionen und den gesamten Organismus essenziell ist. Dementsprechend kommt es zu gesundheitlichen Defiziten und teilweise sogar lebensbedrohlichen Situationen.

Die verschiedenen Essstörungen

Menschen, die sich emotional und gedanklich fast ausschließlich mit dem Essen befassen und sich teils abstruse Regeln auferlegen oder auf andere Art und Weise ein falsches Essverhalten an den Tag legen, leiden unter einer Essstörung. Diese kann sich allerdings sehr unterschiedlich zeigen, denn die Bandbreite an Essstörungen ist groß.

Im Folgenden gibt es eine Übersicht über die dominierenden Essstörungen:

  • Magersucht
    Die Magersucht (Anorexia nervosa) ist dadurch gekennzeichnet, dass die Betroffenen bewusst hungern, um Gewicht zu verlieren. Das Ganze geht oftmals mit einer Körperschemastörung einher, so dass die Betroffenen abnehmen wollen, obwohl sie nicht zu dick sind. Eine massive Unterernährung ist dann vielfach die Folge.
  • Bulimie
    Die Bulimie lässt sich im Deutschen auch als Ess-Brech-Sucht bezeichnen. Die häufig normalgewichtigen Betroffenen fürchten eine Gewichtszunahme und erleben einerseits immer wieder Ess-Attacken, während sie danach gezielt erbrechen, fasten, Abführmittel zu sich nehmen oder exzessiv Sport betreiben.
  • Binge Eating
    Beim sogenannten Binge Eating erleben die Betroffenen immer wieder massiven Heißhunger, durch den regelmäßige Ess-Attacken auftreten. Die Nahrungsaufnahme erfolgt vollkommen unkontrolliert und hat vielfach ein ausgeprägtes Übergewicht zur Folge.
  • Esssucht
    Die Esssucht ist eine typische Variante der Essstörungen und betrifft viele Menschen mit Übergewicht beziehungsweise Adipositas. Das Essen ist ein stets präsentes Thema, während zudem zu viel gegessen wird. Eine Gewichtszunahme ist die Folge.
  • Orthorexia nervosa
    Bei der Orthorexia nervosa handelt es sich um eine sehr spezielle Essstörung, deren Problematik auf den ersten Blick gar nicht ersichtlich ist. Die Betroffenen sind gut informiert, was eine gesunde Ernährung betrifft und leben auf den ersten Blick auch danach. Wenn das Ganze aber zu einem regelrechten Wahn wird und man sich immer strengere Regeln auferlegt, kann auch das gesunde Essen krankhaft werden.

Die Behandlung von Essstörungen

Im Bereich der Essstörungen existieren zahlreiche Krankheitsbilder, die stets individuelle Behandlungsstrategien erfordern. Grundsätzlich finden Betroffene allein kaum noch aus der Essstörung heraus und sollten sich daher professionelle Hilfe suchen.

Je nach Essstörung können die akuten Gegenmaßnahmen sehr unterschiedlich ausfallen. So gibt es einerseits die Adipositas-Chirurgie sowie Abnehmkuren für Übergewichtige, während stark mangelernährte Menschen zunächst mit lebenswichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und auch Energie in Form von Kalorien versorgt werden.

Grundsätzlich muss man anerkennen, dass es sich bei Essstörungen stets um psychosomatische Erkrankungen handelt. Um diese Verhaltensstörungen gezielt zu behandelt, ist vor allem eine Psychotherapie erforderlich. Nur so kann langfristig ein gesundes Essverhalten erlernt werden.

Wie erkennt man Essstörungen?

Außenstehende und auch Betroffene selbst tun sich zuweilen schwer damit, Essstörungen zu erkennen. Insbesondere dann, wenn das Gewicht des Betroffenen im normalen Bereich liegt, erscheint eine Essstörung auf den ersten Blick unwahrscheinlich.

Dem ist aber nicht immer so, denn kennzeichnend für eine Essstörung ist in erster Linie die Tatsache, dass man sich permanent mit dem Essen beschäftigt und die Gedanken stets um die Ernährung kreisen. Daraus resultiert eine Verhaltensstörung, die als Essstörung klassifiziert werden kann.

Was sind die Ursachen für Essstörungen?

Es stellt sich immer wieder die Frage, woher Essstörungen kommen. Einen einzelnen Grund gibt es in der Regel nicht, da verschiedene Faktoren eine Rolle spielen. Persönliche Veranlagung, Stress, Druck, übermäßiger Perfektionismus, ein fehlendes Selbstwertgefühl und ein falsch erlerntes Essverhalten können eine Essstörung zur Folge haben.

Warum ist Forschung im Kampf gegen Essstörungen so wichtig?

Menschen, die von Essstörungen betroffen sind, empfinden einen massiven Leidensdruck und haben mit teils massiven gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Häufig nimmt das Ganze bedrohliche Ausmaße an und führt mitunter zum Tod.

Effektive Therapien sind daher von größter Wichtigkeit. Dass viele Betroffene rückfällig werden oder erst gar nicht im gewünschten Maße auf die Therapien ansprechen, ist traurige Realität. Nur durch intensive Forschungsarbeit kann man dem entgegenwirken und mehr Menschen helfen.

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